Zeitverschwendung

17 Januar 2007 von Matthias Kommentieren »

Der Gemeinderat in Zürich hat bekannter Weise ein Allemende-Problem. Er produziert mehr Vorstösse als er bewältigen kann und es ist niemand bereit etwas dagegen zu unternehmen, ohne alle einzubinden. Heute haben wir sinnigerweise einen Beschlussesantrag dazu überwiesen, der vorsieht die veralteten Interpellation (mehr als 2 Jahre alt) abzuschreiben.

Danach zeigte sich mit voller Deutlichkeit wo ein weiteres Problem steckt. Wir brauchten bis 17:30 bis wir bei der ersten Weisung angelangt sind. Es wir einfach zu viel geschwatzt! Aber wer will schon auf seine Redezeit verzichten, wenn es der andere nicht tut? Genau niemand. Eine Redezeitverkürzung käme einer Beschneidung der Demokratie gleich. Mein Vorschlag wäre: Bei jeder Sitzung müssen mindestens 40 Traktanden bewältigt werden können und die Sitzung dauert einfach solange, bis die 40 Geschäfte durch sind. Der soziale Druck auf die Vielschwätzer wird so ungemein gross.

Unterdessen kommen wir aber doch noch zu zwei drei Geschäften. Zur Zeit eine Motion der Grünen und AL die den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern will. Die Bürgerlichen laufen zwar amok, doch wir werden mit knapper Mehrheit gewinnen. Schliesslich konnte ja der SP im voraus in einem Tauschgeschäft eine Zustimmung abgerungen werden.

Ich meinerseits werde nach 20:00 mit der Fraktion fein essen gehen.

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2 Kommentare

  1. Markus sagt:

    Ich bin ja der Ansicht, dass es sich nicht um ein Allmendeproblem handelt. Ganz einfach deshalb, weil die Ressource unendlich ist. Parlamentarismus lebt vom Schnorren… (lat. parlare).
    Falls du aber Recht haben solltest, gibt es in der Literatur genau zwei Auswege aus dieser Situation: Man muss die Ressource verstaatlichen oder privatisieren. Da Ersteres schon ist und nichts genützt hat, wär ich für Letzteres und eröffne die Auktion mit 20 Rappen. Fürs ganze Parlament.

  2. Matthias sagt:

    Doch, es ist ein Allmendeproblem. Wenn einer lang schwatz und alle anderen kurz, dann hat er einen Vorteil. wenn einer kurz schwatzt und die anderen lang, dann hat er einen nachteil, der grösser ist als wenn er auch lang geschwatzt hätte. wenn alle lang schwatzen haben alle zusammen einen grösseren Nachteil als wenn alle zusammen kurz schwatzen würden. Erst mit einer sinnvollen Absrpache wäre es hier möglich etwas zu unternehmen. Aber im Detail steckt der Teufel. Es gibt noch keinen Umsetztbaren Vorschlag dazu. Bei der eigenen Zurechtrückung fehlt es dem Parlament offensichtlich an Ideen.

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