Archiv für die ‘Globalisierung’ Kategorie

Hilfe für Gaza

21 Januar 2009

Der Gemeinderat hat im Hauruckverfahren soeben 100’000.- CHF humanitäre Hilfe für den Gazastreifen bewilligt. Das ist möglich, ohne Referendumsfrist, wenn 4/5 der Ratsmitglieder zustimmen. Da die einzige Partei, die ablehnte (die SVP) nicht vollzählig war, wurde das Mehr knapp erreicht.
Der Betrag entspricht zwar nur einem 600’000stel der Soforthilfe für die UBS, aber immerhin. Ich bin für einmal stolz auf meine Ratskolleginnen und Ratskollegen.

Komischer Globalisierungs-Index erschienen, was soll das Aussagen?

10 Februar 2006

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Globalisierungs-Index für Länder zu schaffen. Die Schweiz fungiert dabei auf dem neunten Rang, wie der Tagi berichtet. Doch was soll dieser Index eigentlich Aussagen?
Wie viel Geld und Rohstoffe aus Entwicklungsländer Importiert wurden, die Abhängigkeit eines Landes von dem Weltmarkt, Der Anteil Mc Donalds pro Einwohner? Wirtschaftliche, politische und soziale Dimensionen wurden dabei berücksichtigt heisst es weiter. Ein ziemliches Durcheinander scheint es mir eher. Wenn ich da lese das die Schweiz dann bei der politischen Integration nur auf Platz 33 kommt, was schon eher verständlich ist, dann wundere ich mich doch sehr über das Endresultat von Platz neun, denn beim Wirtschaftsranking sind wir anscheinend auf Platz sieben. Hab ich da etwas bei der Gewichtung verpasst?
Auf jeden Fall ist es Zeit ein Ausländerstimmrecht einzufühern, dann sind wir wirklich global auch im Landesinneren.

Arena, CIA Affäre, die Rolle der Schweiz

14 Januar 2006

Ich war heute in der Arena, Thema: “CIA-Affäre: Rolle der Schweiz”. Der Sonntagsblick hat ja bekanntlich ein signifikantes Fax veröffentlicht, mit dem Inhalt, das es in Europa Foltergefängisse gibt. Nun wie zu befürchten war, stritten sich die Teilnehmenden zuerst über das Leck beim Nachrichtendienst und kamen dann langsam auf den eigentlichen Inhalt des Faxes zu sprechen. Alles in allem war die Sendung ein richtiger Flop, was vor allem an Christoph Mörgeli liegt der bei Google zurecht als Propagandaminister gefunden wird und in der Folge Jo Lang als Antisemit zu diffamieren versuchte, absolut lächerlich, wo er doch selbst brauner ist als das Gesetz erlaubt. Auch Regula Stämpfli, die ein neues Wort, die “leichte Folter” etablierte, gab ihr bestes zu einer absurden Entwicklung. Schon erstaunlich, wie die Menschenrechte plötzlich auf Grund des Kampfes gegen den Terrorismus über den Haufen geworfen werden. Wollen wir unsere Demokratie so einfach aufgeben?
Albert Stahel hat zu Recht eine wichtige Diskussion über die Stellung der Schweiz, als Land das für die Menschenrechte einsteht oder als reiner Wirtschaftsstandort, gefordert. Leider lies mich Reto Brennwald, eingesprungener Moderator fürUrs Leuthard, nicht zu Wort kommen, doch wurde mir sowieso fast schlecht von den faschistischen Äusserungen Mörgelis, der die Menschenrechte lieber Heute als erstz Morgen abschaffen will. Immerhin hat ihm ein Blickjournalist das Statement abgerungen, das die Menschenrechte wichtiger seien als die Möglichkeit zu Foltern, mal schauen was die Zukunft sagt. Ich wünsche mir auf jeden Fall von der Schweizer Regierung ein entschiedeneres Auftreten in der Affäre. Die EU und Rumänien haben bereits reagiert auf den Fax-Bericht aus der Schweiz und fordern Aufklärung. Ob die Schweiz ihre neutrale Rolle da bewahren kann und im Zweifelsfall für die Menschenrechte einsteht wird sich zeigen, ein erster Schritt wäre eine Aufschiebung des Freihandelsabkommen mit den USA, bis die ganze Geschichte publik ist und die Sache bereinigt wird. Doch das wird wohl ein Wunsch bleiben. Auch ob weiterhin gesuchte CIA Agenten in der Schweiz verkehren können, wird das Volk wohl nie erfahren…

Nachtrag, wer ist den nun hier Antisemitisch? wieso schreibt Mörgeli in seinem Bericht über AHV Gold fogenden Satz: “Aber der Bundesrat hat sich 1997 den künstlich aufgebauten, historisch zweifelhaften und juristisch unhaltbaren Anschuldigungen seitens jüdischer und amerikanischer Institutionen gebeugt.”. Der wahre Stimmungsmacher entlarvt sich immer wider.

Nachtrag 2: In Europa hat die Fax-Affaire aus der Schweiz auch heftige Wogen geworfen.
Spiegel
Die Zeit
ARD
Während in der Schweiz immer noch lieber über das Leck geschrieben wird
NZZ
Tagesanzeiger

Eisbohrkern belegt unnatürliche CO2 Konzentration in der Atmosphäre

9 Dezember 2005

Laut Forschern der Uni Bern ist die Konzentration des CO2 in der Atmosphäre zur Zeit auf dem höchsten Stand seit 650’000 Jahren. Entdeckt haben sie das durch die Analyse eines Eisbohrkerns aus der Antarktis, in dem die Forscher Luftbläschen die im Eis eingeschlossen waren untersuchten. Ein Vergleich über all die Untersuchten Jahre hat zudem ergeben, dass die CO2 Konzentration Heute rund 250mal schneller zunimmt, als dies bei jeder vergangenen Zunahme, die sie im Eis beobachteten der Fall war. So liegen wir Jetzt bereits 27% über dem höchsten Wert der letzten Jahrtausenden. Damit ist klar, wir haben die natürlichen Schwankungen endgültig verlassen. Unverständlich ist mir daher immer noch, dass wir mit dem längst überfälligen Kyotoprotokoll nicht vorwärts kommen.

Gefunden bei Swissinfo
Pressemitteilung der UNI Bern
NZZ berichtet.

Übergewicht, Volkskrankheit oder Faulheit?

5 Dezember 2005

37 Prozent der Schweizer sind zu dick, schrieb der Tagesanzeiger heute. Als Gründe dafür sind mangelnde Bewegung und schlechte Ernährung angegeben.
“Für das immer häufigere Übergewicht sind in erster Linie die vorwiegend sitzende Lebensweise mit wenig körperlicher Aktivität und der häufige Konsum von energiereichen Nahrungsmitteln verantwortlich, heisst es im Bericht.”
Das Bundesamt für Gesundheit(BAG) hat seinen neusten Ernährungsbericht veröffentlicht, darin sind auch noch andere interessante Sachen zu lesen. So ist die Fehlernährung häufigste Ursache aller Krankheiten. In Spitälern werden entgegen dem Trend der Fettleibigkeit, auch immer mehr Unterernährte entdeckt. Fazit: Der Herr und Frau Schweizer haben anscheinend Ernährungsschwierigkeiten und das obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, das ist doch wirklich krank!
Meine Empfehlung gegen Fettleibigkeit:
- Mehr Velofahren und das Auto abschaffen, damit halten Sie sich nicht nur fit, sondern machen gleich noch etwas für die bessere Luftqualität
- Kein Fast-Food mehr, sondern Frisches Gemüse aus dem Bioladen. Damit konsumieren Sie weniger Fett, schonen Ihre Budget und unterstützen zudem keine Gewissenlose Konzerne wie MC-Donalds. Zudem macht kochen wirklich Spass.
- Grüne wählen. Damit fördern sie den Ausbau von Velowegen und verhindern weitere Strassensünden, die Sie zum ungesunden, bequemen Autofahren verlocken könnten.

Neutralität? Gesuchte CIA Agenten in Zürich

2 Dezember 2005

laut Blick Online wird die Schweiz anscheinend regelmässig als Drehscheibe für Agenten des CIA’s benutzt. Die beiden Agenten die in Mailand auf offener Strasse einen Imam gekidnappt haben, waren kurz darauf in Zürich. Sie werden seither in Italien offiziell gesucht, doch der CIA schützt sie im Namen des Staatsgeheimnis. Die Schweiz, die ja eigentlich politisch neutral ist, lässt die beiden Agenten allerdings einfach passieren.
Zwei hohe Schweizer Geheimdienstler erklärten gegenüber SonntagsBlick, dass die Amerikaner den Inlandgeheimdienst DAP im Nachhinein über diese Landungen informiert haben.Sonntagsblick
Anscheinend spielt der CIA in letzter Zeit wieder etwas Weltpolizei in eigener Manier: Tagi zu Gefängnissen in Osteuropa .
Da Lob ich mir doch den Mut Europas, das nicht einfach so hinzunehmen: CIA Flüge über Deutschland.

Neue Plattform für Klimafragen online

24 November 2005

In Zukunft git es eine Plattform für Klimafragen in der Schweiz. Sie ist kürzlich Online gegangen und berichtet über Klimaveränderungen und klimabedingte Schäden wie Hochwasser, Dürre, Hurricanes und ähnliches. Ein grosses Fotoalbum hält Schäden aus der Vergangenheit fest und verschiedene Experten berichten über aktuelles aus der Klimapolitik. Getragen wird die Plattform von Greenpeace Schweiz. Wer selber Bilder hat oder etwas zu Berichten, kann sich hier melden.

Einbürgerungen an der Urne, die Ständeratskommission versucht merkwürdige Kompromisse

2 November 2005

Seit das Bundesgericht vernünftigerweise, die menschenverachtenden Einbürgerungen an der Urne untersagt hat, sehen die begnadeten SVP-Scharfmacher, wider ein Thema in ihrem Lieblingssektor. Dass es dabei um Menschen geht interessiert dabei wenig. Auf Grund des Druckes den sie über ihre neue Initiative ausüben, hat die Staatspolitische Kommission des Ständerates nun einen Kompromiss ausgearbeitet, wobei ich ehrlich gesagt den Kompromiss nicht wirklich sehe. Sie schlägt vor, dass Einbürgerungen an der Urne weiterhin möglich sein sollen, allerdings werden zwei Dinge geändert. Neu soll es einen begründeten Antrag brauchen, damit ein Gesuch abgelehnt werden kann und eine Beschwerde dagegen muss möglich sein.
Was ändert sich jetzt hier gross? Eine Beschwerde ist doch schon möglich und einen sogenannten “begründeten Antrag” ist doch reine Ansichtssache, ein Antrag wird doch immer begründet. Jetzt steht halt Fritz aus Emmen zuerst auf und findet das es zu viele Ausländer hat und stellt dann erst seinen Antrag. So stell ich mir jedenfalls eine Gemeindeversammlung in Emmen vor. So einfach geht es natürlich nicht, doch wird sich in der Praxis wahrscheinlich einfach ein Pingpong zwischen den Gremien einspielen, da niemand vernünftige Gründe liefern kann. Die Herren täten besser daran zu überlegen, wieso das Bundesgericht so entschieden hat: Eine Einbürgerung ist kein Theater sondern ein Verwaltungsakt, der für alle gleiche Chancen nach vorhandenem Recht garantieren soll.
Als nächstes kommt noch ein Vorstoss, der an der Urne entscheiden will, wie viele Kinder jemand haben darf!

Dossier Bundesgerichtsentscheid Emmen
Gutachten des Bundesamts für Justiz
Bericht NZZ

Umweltgifte belasten ungeborene Babies

10 Oktober 2005

… das zeigt eine aktuelle Studie von Greenpeace und WWF! Der Grund: Eine Reihe künstlicher Chemikalien gelangen über die Nabelschnur direkt in den Körper ungeborener Babies.

Derzeit wird in der EU hart um eine Chemikalienpolitikreform gerungen. Dieser Prozess bietet die einmalige Chance, Mensch und Umwelt vor den negativen Auswirkungen schädlicher Stoffe zu schützen. Denn für 98% der in Europa verwendeten Chemikalien gibt es keine oder ungenügende Informationen.

- Mehr dazu bei Greenpeace Österreich
- Probleme während der Schwangerschaft

Nestlé will Fair Traide Kaffee einführen

1 Oktober 2005

Nestlé hat in England ein Gesuch für die Zertifikation eines eigenesn Fair-Traide-Kaffees eingereicht. Schön das der Nahrungsmittelmulti nun doch endlich etwas Nachhaltiges unternimmt. Schade ist nur, dass die Motivation dazu nicht etwa aus ethischen Gründen entstanden ist, sondern einzig, weil die Nachfrage nach Fairen Produkten inzwischen so stark gewachsen ist, dass es sich ein dermassen grosser Konzern wie Nestlé einfach nicht erlauben kann Abseits zu stehen. Der Konzern täte meiner Meinung nach besser daran, aus eigen Initiative etas mehr zu bewegen. Statt zum Beispiel in Süd Amerika auf agressive Art den Markt zu unterlaufen, würden Sie besser die Nachfrage nach fairen Produkten ankurbeln mit zusätzlichen Anreizen. Doch dafür bleibt im sogenannten freien Markt leider denkbar wenig Spielraum. Dafür zeigt das Beispiel Nestlé überaus deutlich was eine vernünftige Konsumenten Nachfrage bewirken kann. Hoffentlich steigt die Nachfrage nach Fairtraide Produkten noch weiter an, auch in der Schweiz.
Tagi: Nestlé springt auf den fairen Zug auf