Archiv für die ‘Kultur’ Kategorie

Strassenkunst bleibt leider weiterhin verboten

6 Januar 2010

Ein Vorstoss der Jungen Grünen wollte die unsägliche Situation verbessern, die heute in Bezug auf die Strassenkunst in der Stadt Zürich herrscht. Strassenkunst ist generell verboten, ausser entlang des Seebeckens und an weiteren zwei, drei Orten wie z.B. unter dem Helmhaus. Das entspricht unseres Erachtens keineswegs den Bedürfnissen der Künstler/innen und auch nicht der Stadtbevölkerung, wie die Reaktion auf eine Petition der Jungen Grünen zeigt, die vor 4 Jahren innerhalb von nur zwei Wochen 1800 Unterstützer/innen fand. Daher wollten wir mit einer Motion diesen Missstand beheben. Keine Frage, dachte ich, das findet sicher eine Mehrheit in unserer weltoffenen Stadt, schliesslich geben wir ja Millionen aus jedes Jahr für Kulturförderung, da wird es sicher begrüsst, wenn die Kultur gratis geschaffen wird. Doch leider hab ich mich da gnadenlos geirrt. Selbst die SP wagte es, die Strassenkünstler mit Bettlern gleichzusetzen und beharrte darauf, Strassenkunst weiterhin in der Illegalität zu belassen. Ich kann das nicht verstehen!

Freestyle und mein kleiner Ausschwenker

11 Dezember 2009

Nun ist es mir doch auch mal passiert: Ich habe gegen meine Fraktion gestimmt und einen Entscheid gekippt. Es ging um den Sponsoringbeitrag der Stadt Zürich für das Freestyle. Die Stadt Zürich will einen Sponsoringvertrag mit dem Freestyle abschliessen über rund 160′000 Franken. AL, Grüne und SVP wollten diesen Beitrag kürzen, u.a. wegen ökologischen Defiziten des Anlasses. Nun, ich sehe das nicht ganz so eng, denn auch das Freestyle bemüht sich um Besserung, doch was meiner Meinung nach viel schwerer wiegt, ist die soziale Aufgabe dieses Anlasses. Die angesprochene Szene funktioniert nun mal über Vorbilder, auch internationale, die wegen dem Freestyle auch einmal im Jahr in Zürich auftreten. Hier kann eine riesige Szene erreicht werden, die sonst sträflich vernachlässigt wird von der Stadt.
So hab ich mir erlaubt, für einmal anders zu stimmen als die Grüne Fraktion, natürlich nach Ankündigung an einer Fraktionssitzung. Zufällig hat dann meine Stimme aber gerade den Ausschlag gegeben, respektive hat 60 zu 58 statt 59 zu 59 bewirkt. Nun ja, genau genommen gab meine Stimme doch nicht den Ausschlag, denn bei Gleichstand hätte der Ratspräsident, in diesem Falle Röbi Schönbächler, auch für den Kredit gestimmt.
Ich bin jedenfalls froh, dass die Stadt Zürich weiterhin das Freestyle über Sponsoring unterstützt, der Anlass hat das verdient!

Bye bye Hafenkran

9 Dezember 2009

Das Parlament hat während der Budgetdebatte in seiner unsäglichen Stümperhaftigkeit einen Kredit für den wundervollen Hafenkran am Limmatquai gestrichen. Sehr schade. Zuerst war die AL Schuld an der Streichung des Kredits, danach gaben leider Mitglieder aus meiner Reihe den Ausschlag für ein Zusatzpostulat der Pfürz. Peinlich.

Das sind die Leiden dieser Debatte, ansonsten sind wir so ziemlich immer in der Mehrheit und schicken grandiose 200 Sparanträge der SVP Bachab.

Zudem heisse ich alle willkommen, die sich hier auf meiner frischen Homepage tummeln und vielen Dank an Res Marti für das Neuaufsetzen.

22. September soll in Zürich gefeiert werden

27 Mai 2009

Heute hat der Gemeinderat die Motion “22 September” der Jungen Grünen mit 62 Ja- zu 53 Neinstimmen als Postulat an den Stadtrat überwiesen. Wir verlangen in dem Vorstoss, dass die Stadt Zürich künftig auch am internationalen Feiertag “In die Stadt ohne mein Auto” partizipiert. Die Jungen Grünen haben diesen Vorstoss kurz nach ihrem Amtsantritt eingereicht, um darauf Aufmerksam zu machen, dass die Stadt Zürich mit dem Multimobiltag bloss einen Multialibitag feiert, der zwar durchaus einen Bildungspolitischen Aspekt, aber sicherlich nichts mit einem autofreien Zürich zu tun hat. Ich bin gespannt, ob der ab März 2010 neu zusammengesetzte Stadtrat dann etwas grüner wird, und sich für einen wahren autofreien Tag einsetzen wird. So haben die Zürcher und Zürcherinnen sowie alle Pendler die einmalige Chance zu erleben, was wäre wenn…

Cabaret Voltaire

3 September 2008

Hier mein Beitrag zur Abstimmung des Gabaret Voltaire, heute morgen den spärlich anwesenden Medien vorgetragen. Ich werde ihn daher hier meiner Leserschaft nicht vorenthalten.

KARAWANE (von Hugo Ball) modifiziert

jolifanto bambla ô falli bambla
in züri blabla
grossiga m’pfa habla horem
égiga goramen
kulturium erstehn
higo bloiko russula huju
cabaret voltaire to you
hollaka hollala
das bruchts da
anlogo bung
blago bung
blago bung
statt nix tun
bosso fataka
besser mache lah
ü üü ü
schampa wulla wussa ólobo
isch es trurigs referendum cho
hej tatta gôrem
nur chli polem
eschige zunbada
politischs nada
wulubu ssubudu uluw ssubudu
schicks zrug, jetz chunsch du
tumba ba- umf
kusagauma
drum stimm ja
ba – umf

Kleine Stadiondebatte und Monikas Abschied

9 Juli 2008

Das Parlament liess es sich nicht nehmen, ein halbe Stunde über “Brot und Äktschen” im Hardturmstadion vom letzten Wochenende zu plaudern. Während SVP und FDP in erwartet kleinbünzliger Manier die Nicht-Räumung durch die Polizei kritisierte, lobte die CVP deren Einsatz, die SP fand es eine kreative Sache, die Grünen waren begeistert von der Aktion und die AL kritisierte den Amoklauf eines Polizisten zu beginn der Besetzung.
Bezeichnend war das Votum der pseudoliberalen FDP, die ernsthaft dafür plädierte, solche Besetzungen in Zukunft zu verhindern, bevor sie geschehen. D.h. übersetzt: Stacheldraht, Videokameras und Unmengen von Überwachungspersonal, um sämtliche Objekte in der Stadt zu verriegeln!
Ich selber war natürlich auch zu Besuch im Stadion über das Wochenende. So viel Spass hatte ich noch nie in einem Stadion. Eine absolut gelungene Aktion, die allen gezeigt hat, dass es auch ohne Kommerzialisierung möglich ist, Grossevents für die Bevölkerung zu organisieren. Es wird zudem in aller Deutlichkeit klar, dass es in Zürich mehr Freiräume braucht und nicht jeder letzte Fleck verplant, beklotzt oder privatisiert werden muss.

Wie im Titel angekündigt, ist das heute die wirklich letzte Sitzung von Monika Stocker. Sie wurde zu Beginn der Sitzung mit einem tosenden Aplaus, der so lange andauerte wie selten ein Geklatsche im Rat, verabschiedet. Die Grüne Fraktion widmete ihr eine Fraktionserklärung, in der ihre Leistung über die letzten 14 Jahre Stadträtin und Vorsteherin des Sozialdepartements gerühmt wurden.

Da Heute die letzte Sitzung vor den Sommerferien stattfindet (Jaja, der Gemeinderat hält sich an die Schulferien der Stadt), muss noch einiges erledigt werden und es wird deshalb eine Doppelsitzung abgehalten. Das bedeutet gegen 19:00 eine Z’Nacht-Pause und danach weiter im Takt bis in den späten Abend hinein…

Der Samichlaus im Rat

6 Dezember 2006

Heute ist der 6. Dezember und gleichzeitig findet die traditionelle Ratssitzung statt. Wir konnten nicht anders und mussten unsere grünen Samichläuse auffahren lassen. Zu Beginn der Sitzung standen zwei jungegrüne Samichläuse und ein Schmutzli im Eingang und verteilten sämtlichen Ratsmitglieder einen Bio-Öpfel und ein Gedicht. Dieses entstand aus zahlreichen Beiträgen von Jungen Grünen und bezieht sich ausschliesslich auf den Ausbau der Hardbrücke. Da ich selbst auch ein Chlauskostüm trug, kam es, dass ich schlussendlich als Samichlaus im Ratssaal sass. In der Hand hielt ich immer noch das Gedicht, welches wir verteilt hatten. So entschied ich mich dann, dieses als persönliche Erklärung dem gesamten Rat vorzutragen. Der Ratspräsident musste dazu extra noch das Vermummungsverbot im Ratshaus für ein paar Minuten aufheben:-) Mit ein paar einführenden Worten und Seitenhieben verlas ich dann folgendes Gedicht:

Dä Samichlaus dä Liäbi Ma
wot sicher nid ä Hardbrück ha,

drum liebi Gmeindröt machet nid,
bi derä blödsinnigä “Sanierig” mit.

Vom Bahnhof Hardbrück bis Rosegartästrass,
isch die Sanierig ohni Mass.

Ä foifti Spur das isch de Plan,
als nechschts chunt dörte d’ Stadtautobahn.

Ä Velospur gitz ä kei,
obwohl Velos obbe drüber nur halb so lang hei.

Hey lugäd i d’Zukunft und nöd zrugg,
mir bruchäd det nuno ä Velobrugg.

Erscht rächt wenn dä Transitvercheer wäg chunt,
gits für 3 Autospure gar kein Grund.

Wäg mit der Hardbrügg oder ä Spur für d’Velofahrer:
Mir hoffäd s’wird oi bald klarer.

Drum: Zum d’hartbrugsaniärig stoppä, machäd was er chönd,
wenn ihr s nägscht Jahr nod d’Fitzä vom (junge grüne) samichlaus gspürä wänd.

Ratsitzung 4 Oktober

4 Oktober 2006

Heute stehen etliche Weisungen aus dem Finanzdepartement auf dem Programm.

Am lustigsten war die einstündige Debatte über den Verkauf der Liegenschaften am Schürliweg. Es ging eine mehrjährige Leidesgeschichte voraus, denn das Grundstück liegt an Hanglage und es wurden schon über 100′000.- in der Vorplanung verlocht. Die Debatte dauerte vorallem so lange, weil die Bürgerlichen die Anträge nicht richtig gelesen haben und mit Falschen Argumenten um sich warfen. Da konnte sich ein Parlamentarier im Ratsaal das Wort “Blöd” nicht ganz unterdrücken.

Inzwischen diskutieren wir über die Aktienerhöhung der Stadt Zürich am Flughafen. Dieser hat Aktien ausgeschüttet und da Zürich ein Mandat in der Person von Elmar Ledergerber (SP) im Verwaltungsrat hat, muss sie jetzt zukaufen um dieses zu halten. Zwar finden wir eine Privatisierung des Flughafens sinnlos, doch bleibt zu bemerken, das Ledergerber unsere Interessen im Flughafen nicht vertritt und keineswegs Einfluss in unserem Interesse ausübt. Wir stellen daher einen Ablehnungsantrag. Diese Monsterinvestition macht keinen Sinn. Ich persönlich werde natürlich auch den Antrag der AL unterstützen, welcher verlangt, anstelle von Ledergerber Boby Neukomm dort hin zu schicken. Wie vorauszusehen war, standen wir in der Minderheit. Mann sind die Flughafengeil.

Des weiteren hab ich zusammen mit Bastien Girod eine weitere Schriftliche Anfrage eingereicht, diemal zum Thema Velowege, welche von den Autofahrenden nicht beachtet werden.

Es stehen noch weitere Weisungen aus dem Finanzdepartement auf dem Programm, jedoch denke ich nicht das wir diese noch alle behandeln könne, die lieben Räte schwatzen einfach zu viel, viel zu viel!

Interessantes Detail am Rande: Ich habe über die Parlamentsdienste Nachfragen lassen, wie es denn mit Einzelinitiativen aussieht, wenn die Behandlungfrist im Rat abgelaufen ist und siehe da, es braucht direkt eine Volksabstimmung. Sehr spannend! Ich warte noch auf eine definitive Bestätigung und dann lass ich eine Bombe platzen…

Gemeinderat am 27 spt.

27 September 2006

Da die Sitzung heute so langweilig war und ich nicht über das Geschwätz nach den Abstimmungen am Sonntag schreiben will, entschied ich mich anstelle eines Berichts dieses Gedicht hier abzudrucken. Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung von wem es ist, aber ich fand es passend.

Ich ha i de ziitig gläse, s gäb so usländer
Die mönd ächt schlimm si, ächt e kei ängel!
Nei direkt betroffe, bini eigetlich nöd
Doch bini solidarisch, mit em chreis cheib wel döt
Sinds so iigschüchtred, die händ döt nei gstumme
Stell dr das mal vor- all die vom leid stumme
Doch seriösi medie we d NZZ
Gänd undrdrückte ja e stimm und vränderet
D wält zum bessre, mit bänkercash!
Finanziert vom usverchauf vo gangsterrap!
Bis en andre trend d Konkurrenz beläbt
Mr wüssed ja das alles sini grenze hät
Und schwiiz jetzt eini vo dä strengste hät!
Womit sich da für ois nöd vil änderet
Bis uf oises grinse, s wird immer breiter
Was d lüt, die schlimme, wohl zum driischlah vrleitet
Wel mr händ scho vorher z frässe gha, wärded witr eis i d frässe ha!
Doch bi ois dähei im zimmer, chömr immr no chli lächle da!
Ois mit wahlzättel oises grinse aafächre!
eis druf abehole, dass die schlimme vrbrächer
im innre vo knästr uf d usschaffig warted
mir nöd mönd zruggschlah, mir händs vrstaatlicht
aslo pressiered mit drischlah, wels suscht scho gli zspat isch
well ihr so oder so am schluss da am arsch sind
wel mir sind sozial, moralisch, und nationalistisch, we nazis

Kein Kommentar :-)

Ratsitzung mit Robocops im Eingang

20 September 2006

Heute Nachmittag wurden wir bereits vor dem Ratshaus empfangen. Die Stadtpolizei hat am Nachmittag eine Grossrazia in der Kalkbreite veranstaltet und deshalb haben sich etliche Leute aus der Stadtzürich mit Ihnen solidarisiert und wollten im Gemeinderat erfahren, wieso diese Aktion stattfand. Nachdem die ersten durch die Kontrolle waren, entschied der Ratspräsident (SVP), dass diese die Zuschauertribüne nicht betreten dürfen. Sie wurden unsanft die Treppe hinunter gestossen, geschups und hinausgeworfen. Nicht die feine Art und unter den Augen der eintretenden Gemeinderäte. Natürlich entstand im Ratssaal eine kleine Debatte. Esther Mauerer wurde aufgefordert, zu erklähren, was diese Razzia der Polizei den zu bezwecken habe. Ihre Antwort:” Wir wollen keine Wohlgrotte mehr in Zürich.” ich glaubte mich zu verhöhren. Ensprechende Anfragen werden bestimmt folgen, so geht das einfach nicht.

Die Schrifltiche Anfrage ist bereits formuliert und mit 17 Unterzeichnenden Eingereicht. Zusammen mit Anja Recher (AL) setzte ich mich kurz hin und frage den Stadtrat, wieso dieser Einsatz in der Kalkbreite nötig war, wie seine ensprechende Einsatzdoktrin lautet und ob er diese im letzten Jahr geändert hat, da sich solche Polizeieinsätze in letzter Zeit gehäuft haben. Leider wird die Beantwortung 3 Monate dauern, anstatt wie beabsichtigt nur drei Wochen, da die SP das Begehren nicht unterstützen wollte. Schade…

Trotzdem bin ich gespannt, was wir neues Erfahren werden über das Einsatzverhalten der Polizei.

Auch noch neu eingereicht heute, von Bastien Girod, mir und Pascal Pauli, wurde eine Motion die Verlangt den internationalen Tag “In die Stadt ohne mein Auto” auch in Zürich am 22. September durchzuführen und die Stadt grossräumig amzusperren. Bisher feiern wir in Zürich immer am Wochenende darauf einen sogenannten Multimobiltag ohne grosse Eingriffe in den Verkehr.