Archiv für die ‘Umwelt’ Kategorie

Medienmitteilung Verein für menschenfreundlichere Fahrzeuge

21 Januar 2010

Bundesrat präsentiert lauwarmen indirekten Gegenvorschlag zur Stopp-Offraoaderinitiative Der Bundesrat hat heute erneut zur Initiative für menschenfreundlichere Fahrzeuge (Stopp-Offroaderinitiative) Stellung genommen. Die Stossrichtung bleibt leider die gleiche wie schon in vergangenen Stellungnahmen: Sie garantiert keine Abnahme von klimafeindlichen Fahrzeugen und ignoriert den Aspekt der Verkehrssicherheit . Die Initianten zeigen sich daher nicht zufrieden mit der Version des Bundesrates.

Der Gegenvorschlag zur Stopp-Offroaderinitiative lautet wie folgt: Neu zugelassene Autos sollen in der Schweiz ab 2015 im Schnitt pro Kilometer nur noch 130 Gramm CO2 ausstossen. Wird dieser Wert überschritten, sollen Hersteller und Importeure zur Kasse gebeten werden. Der Bundesrat will im neuen CO2-Gesetz verankern, dass ab 2012 die besten 65 Prozent der neu zugelassenen Personenwagen den Zielwert von 130 g/km erfüllen müssen. Im zweiten Jahr des neuen CO2-Gesetzes sollen die besten 75 Prozent den Wert erfüllen, 2014 die besten 80 Prozent und ab 2015 alle Neuwagen.

Dieser Gegenvorschlag des Bundesrates steht im Widerspruch zu einer Klimapolitik die das 2-Grad-Ziel anvisiert. Dazu müssten nämlich die Emissionen auf der Strasse bis 2050 um mindestens 80% gesenkt werden Die Bussen sind zu niedrig angesetzt und halten nur wenige davon ab, sich ein klimafeindliches Auto anzuschaffen.

Zudem sind die Zielwerte, welche der Bundesrat anstrebt viel zu seicht angesetzt. 130 g CO2/km entsprechen zwar dem Zielwert der EU, doch handelt es sich hierbei um keinen Grenz-, sondern einen Durchschnittswert. D.h. Fahrzeuge mit hohen Emissionen können nach wie vor verkauft werden, solange man deren CO2Ausstoss durch Fahrzeuge mit geringen Emissionen kompensiert. Die Folge wäre kein weniger, sondern ein mehr an Emissionen. Dass sich die heilige Kuh Auto sich noch immer grosser Privilegien erfreut, merkt man diesem lauwarmen Gegenvorschlag deutlich an. Auch sind Anreize und Grenzwerte kein Widerspruch. Das zeigt das Beispiel der Mustervorschriften der Kantone (Muken) und die Gebäudesanierungsprogramme. Auch auf der Strasse müssen sowohl Anreize wie auch Vorschriften (maximaler CO2-Wert) angewendet werden.

Die Sicherheit muss stärker berücksichtigt werden. Studien zeigen, dass die Sicherheit für den Autokauf wichtig ist. Die Präsenz und Zunahme gefährlicher Offroader führt deshalb zu einer Aufrüstung und verhindert leichte, klimafreundliche Fahrzeuge.

Zum Inhalt der Initiative: Die Initiative für menschenfreundlichere Fahrzeuge (Stopp-Offroader-Initiative) fordert ein Verbot für Fahrzeuge, welche pro Kilometer mehr als 250 Gramm CO2 ausstossen. Der am Mittwoch vom Bundesrat verabschiedete Gegenvorschlag erlaubt die Zulassung solcher Fahrzeuge weiterhin.

Stadt Zürich investiert in Anti-AKW-Kampagne

12 Dezember 2009

Ein kleines Budgetwunder von Zürich geschah um 1:00 Nachts. Der heilige Gemeinderat hat in seiner unermesslichen Weisheit beschlossen, dass sich die Stadt Zürich aktiv in die nationale Atompolitik einmischen soll. Nachdem bekannt wurde das die BKW – als Institution in öffentlicher Hand – Millionen in pro-AKW-Abstimmungen buttern kann, war der Reiz für uns dann doch zu gross. Wir haben einen Budgetposten von 250′000.- Franken für eine Anti-AKW-Kampagne gesprochen und im Budget eingestellt. Da das ganze selbstverständlich kostendeckend sein soll, wird der gleiche Betrag aus den übervollen Parkhauskassen in die Stadtkasse verschoben.
Einziger Schönheitsfehler: Die Aktion haben wir nicht ganz selbst erfunden, die Stadt Basel hat vor kurzem Beschlossen, jährlich 100′000.- in Anti-AKW-Campagning zu investieren. Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen, entsprechend grösser ist nun unser Beitrag. Bin gespannt, was daraus wird…
Kleine Fussnote: Die AL hat sich sehr schwer getan mit dem Entscheid, beim Postulat hat dann nur noch einer von drei mitgemacht. Etwas peinlich, dass die AL jetzt neuerdings die Umweltanliegen der knappen linken Mehrheit zusammen mit den SD überlässt!

Baustellen in Zürich, Bürgerliche enttarnt

9 Dezember 2009

Alle mögen sich lebhaft erinnern an die komische Baustellenreklamationen der bürgerlichen Politiker, die sich masslos über die vielen Baustellen im Strassenverkehr ärgerten, da sie nicht mehr frei passieren konnten. Nun, ich habe schon damals gesagt, ich verstehe die Welt nicht mehr, da bieten sich ja ganz neue Mehrheiten an. Gesagt getan, heute streicht die Ratslinke 20% des Budget für Strassenunterhalt. Doch, oh Wunder! Ein riesiges Geschrei auf bürgerlicher Seite. Also meine Lieben, seit ihr jetzt für oder gegen Baustellen, das begreift niemand mehr.
Ich begreife auf jedenfalls, dass wir die 20% jetzt streichen und da wir ja die Ratslinke sind, setzten wir einen kleinen Teil des eingesparten Betrags für zusätzliche Velowege ein. Das als kleine Investition in eine grünere Zukunft auf Zürichs Strassen. Diesmal machen alle schön brav mit, 63 zu 62…

Unterdessen begründet meine Ratskollegin gerade ihr Begleitpostulat zur Witikonerstrasse.

22. September soll in Zürich gefeiert werden

27 Mai 2009

Heute hat der Gemeinderat die Motion “22 September” der Jungen Grünen mit 62 Ja- zu 53 Neinstimmen als Postulat an den Stadtrat überwiesen. Wir verlangen in dem Vorstoss, dass die Stadt Zürich künftig auch am internationalen Feiertag “In die Stadt ohne mein Auto” partizipiert. Die Jungen Grünen haben diesen Vorstoss kurz nach ihrem Amtsantritt eingereicht, um darauf Aufmerksam zu machen, dass die Stadt Zürich mit dem Multimobiltag bloss einen Multialibitag feiert, der zwar durchaus einen Bildungspolitischen Aspekt, aber sicherlich nichts mit einem autofreien Zürich zu tun hat. Ich bin gespannt, ob der ab März 2010 neu zusammengesetzte Stadtrat dann etwas grüner wird, und sich für einen wahren autofreien Tag einsetzen wird. So haben die Zürcher und Zürcherinnen sowie alle Pendler die einmalige Chance zu erleben, was wäre wenn…

Tram und Land

12 November 2008

Der Stadtrat hat dem Parlament die Ausarbeitung einer Umsetzungsvorlage zur Volksinitiative “Rosengarten-Tram” zur Abstimmung unterbreitet. Dabei hatte er vorgesehen, neben dem Tram auch noch eine Verschiebung des Motorisierten Individualverkehrs zu überprüfen. Das heisst konkret, den Waidhaldetunnel planen. Dass konnten wir so natürlich nicht durchgehen lassen. Die Grünen beantragten daher, den entsprechenden Passus aus der Vorlage zu streichen. Mit knappem Mehr gegen die bürgerliche Seite konnten wir uns durchsetzen.
Es folgen ein paar weniger spektakuläre Geschäfte, bis wir beim Landverkauf ankommen.
Die Stadt will zwei grössere Landreserven in Opfikon verhökern, was wir nur tolerieren, wenn wir auch entsprechend wieder Land einkaufen auf Stadtgebiet. Das ist möglich, weil die Käufer des städtischen Landes auf grosse Besitze innerhalb der Stadt besitzen. Wir wollen diesen Tausch um in der Stadt den preisgünstigen Wohnungsbau zu fördern. Leider will davon nicht einmal die SP etwas wissen, was der Idee auch gleich wieder den Todesstoss verpasst!

Die beiden dazugehörigen Postulate von Grünen, SP und AL, betreffend Oberhauser Ried (SP/AL) und Landverkauf ausserhalb der Stadtgrenzen generell(Grüne), schaften es dann aber doch noch mit linker Mehrheit durchzukommen. Ein kleiner Planungserfolg quasi…

Tram Zürich West und Stadtautobahn

28 Februar 2007

Es ist soweit, nach kurzen Debatten in geimeinderätlicher Sache um Allmende und Steckdosen im Ratssaal, wird das Tram Zürich West und die SN141 im Gemeinderat behandelt. Wir müssen die Weisung 72 die einen Kredit und einen Gestaltungsplan für den Bau des Trams und der SN141 vorsieht bewilligen.

die Gemüter sind gespalten, das Projekt in seiner Gesamtheit umstritten, es wird aber dem Anschein nach grossmehrheitlich überwiesen. Die Grüne Fraktion stimmt der Weisung ohne Bas und mir zu. Wir streiten zusammen mit der AL einzelnen SP’s und Teilen der CVP dagegen.

Es getraut sich kaum eine Fraktion gegen ein ÖV-Projekt anzutreten. Leider, denn das Tram Zürich West hätte es schon verdient, etwas näher hinzuschauen. Das Tram ist eigentlich ein Abfallprodukt aus der missratenen Stadionplanung. Es führt nicht am Bahnhof Hardbrücke vorbei und es bestehen keine Kapazitäten. Eigentlich dringend wäre ein Tram über die Bahngleise (Verlängerung der Linie 8 über die Hardbrücke). Die wirklich grosse Kröte ist aber die Stadtautobahn, welche gleichzeitig gebaut werden soll. Eine Autobahn über die Pfingstweidstrasse bis hin zur Hardbrücke. Eine zweite Schwammedingenautobahn also, die als tiefe Narbe bis mitten in die Stadt hinein führen wird.

Der Rat überweist die Vorlage unter Namensaufruf.

Mindestanzahlparkplätze, Stadtrat will nicht, der Gemeinderat überstimmt ihn

25 Oktober 2006

Heute behandeln wir im Gemeinderat eine Motion von Bastien Girod (Jungegrüne) und Ernst Danner(EVP). Sie verlangt, dass in der Stadt in speziellen Fällen von der Mindestanzahl Parkplätze abgesehen werden kann, d.h. nicht zwingend Parkplätze erstellt werden müssen, sofern es nicht absolut nötig ist. Der Stadtrat sieht das übergeordnete Recht gefährdet und will die Motion nur als Postulat entgegennehmen. Dies ist so jedoch nicht ganz korrekt. Da steht , bloss der Bauherr ist verantwortlich, Parkplätze in gebotenem Ausmass zu schaffen, je nach Angebot und Nutzung der Liegenschaft. Was ist dann das nötige Ausmass, wenn sich die Leute verpflichten Autofrei zu wohnen?
Zum Glück sieht sich die SP diesmal nicht in der Pflicht ihre Stadträte zu unterstützen, denn diesmal gingen sie einfach zu weit. Es folgt eine feurige Debatte, die SVP setzt sich natürlich für mehr Parkplätze ein, sie vertritt ja schliesslich Autos und nicht Stadtbewohner und wird von allen Seiten beschossen. Bernhardt Im Oberdorf will anscheinend Pferdeställe bauen, er plappert munter vor sich hin und wird belächelt. Ernst Danner leistet uns Schützenhilfe und kontert alles dahin, überzieht dabei die Redezeit etwas, aber es hat sich gelohnt. Die FDP sieht das Liberale im Vorstoss nicht, ich weiss nicht wieso – denn der Vorstoss ist doch sehr liberal, und will nicht mit ins Boot. Sie behauptet allerdings, dass sie im Kanton schon ähnlich vorstössig geworden sei. Jetzt die grosse Überraschung, die so genannte Mittepartei (CVP) sieht noch einige Macken und lehnt ab, sie kann nicht stichhaltig darlegen wieso. Die AL sieht auch noch einige juristische Hürden und macht einen Änderungsvorschlag, es ist aber jetzt definitiv zu spät, um noch Änderungen anzubringen. Die SD ist ohne Begründung nicht mehr ökologisch.
Es zeichnet sich eine knappe Mehrheit ab.

Juhui, es hat gereicht. Herzlichen Dank an die Mehrheit!

Scheiss Gelauer im Gemeinderat

7 Juni 2006

Heute gleich als erstes Traktandum im Gemeinderat stand die Dringlichkeitserklärung unseres Postulatetes, welches Werbung von Offroadern in der Stadt Zürich unterbinden will. Dringlicherklären heisst, dass Postulat wird in absehbarer Zeit behandelt (etwa 1/2 Jahr) und landet nicht auf der Müllhalde hinter 500 anderen Vorstössen und wird daher erst in 5 Jahren behandelt. Nun, Grüne, SP, AL und SD stimmten dafür, was offenstichtilich eine komfortable Mehrheit von 66 Stimmen geben sollte. Denkste, nur 62 Stimmen kamen zustande, eine einzige Stimme zuwenige für das benötigte Mehr von 63 Stimmen, Grund, einige Mitglieder von der SP fehlten oder kamen zu spät *%&§ç%*§ç£&*X*
Peinlich und äusserst ärgerlich dazu. Soviel zum Thema Verbindlichkeit, wenn es einmal wichtig wäre fehlen die Gemeinderatsmitlgieder.
Ich nenne an dieser Stelle aus Rücksicht auf andere keine Namen!

Stützredli für SVP-Fraktionspräsident

31 Mai 2006

In der letzten Ratsdebatte vor zwei Wochen hielt Bastien Girod von den Jungegrünen ein Votum zur Förderung des Veloverkehrs und erwähnte dabei, dass Velofahren auch für die Gesundheit besser sei als das Autofahren. Dies weil die SVP ein Postulat zur Abschaffung sämmtlicher Velowege in der Stadt Zürich eingereicht hatte. Daraufhin fand Mauro Tuena, SVP Fraktionspräsident, dass Velofahren wessentlich ungesünder sei als Autofahren, da mann ja ständig schwer Verunfalle. Der arme Fraktionschef, dachten wir uns da, kann nicht Velofahren. Zur Verbesserung der Situation beschlossen wir, ihm etwas zur Unterstützung und gegen wacklige Argumente zu schenken. Gesagt, getan! Heute überreichte ich ihm zu Beginn der Ratsdebatte, unterstrichen mit einem fulminannten Votum von Bas, im Namen der Jungengrünen, ein päärchen Stüzredli für sein Velo.
Falls er keins mehr hat, hat er jetzt zumindest einen Grund eines zu besorgen…

Junge grüne schlagen Feinstaubalarm am Central

6 Februar 2006

Heute waren wir wieder auf Feinstaubtour, diesmal beim Central. Ich habe ein Schild getragen mit der Aufschrift:
To breathe or not to breathe!
Wir trugen alle Staubmasken, um auf die seit Jahresbeginn ständig übertretenen Feinstaubgrenzwerte aufmerksam zu machen. Denn jetzt haben die Stadtzürcher die einmalige Chance die Regierung neu zu wählen und so einen markanten Einfluss auf die lokale Politik zu nehmen. Ich empfehle an dieser Stelle natürlich die Grüne Liste 4 mit Jungen Grünen Kandidaten Kumuliert und Bastien Girod in den Stadtrat. Auf jeden Fall kam die Aktion sehr gut an bei den Passanten, ich wurde meine Flugblätter so schnell los wie noch selten zuvor. Das Bild war den Passanten wahrscheinlich schon bekannt, die Zürichseezeitung bildete von Freitag folgendes Foto von mir ab:
Matthias mit Staubmaske
Bei Greenpeace gibt es übrigens auch eine Feinstaubtour quer durch die Schweiz. News dazu in diesem Feinstaub-Blog

Update: Heute im 20minuten, kleines Remake am Central