Archiv für die ‘Umwelt’ Kategorie

Tram und Land

12 November 2008

Der Stadtrat hat dem Parlament die Ausarbeitung einer Umsetzungsvorlage zur Volksinitiative “Rosengarten-Tram” zur Abstimmung unterbreitet. Dabei hatte er vorgesehen, neben dem Tram auch noch eine Verschiebung des Motorisierten Individualverkehrs zu überprüfen. Das heisst konkret, den Waidhaldetunnel planen. Dass konnten wir so natürlich nicht durchgehen lassen. Die Grünen beantragten daher, den entsprechenden Passus aus der Vorlage zu streichen. Mit knappem Mehr gegen die bürgerliche Seite konnten wir uns durchsetzen.
Es folgen ein paar weniger spektakuläre Geschäfte, bis wir beim Landverkauf ankommen.
Die Stadt will zwei grössere Landreserven in Opfikon verhökern, was wir nur tolerieren, wenn wir auch entsprechend wieder Land einkaufen auf Stadtgebiet. Das ist möglich, weil die Käufer des städtischen Landes auf grosse Besitze innerhalb der Stadt besitzen. Wir wollen diesen Tausch um in der Stadt den preisgünstigen Wohnungsbau zu fördern. Leider will davon nicht einmal die SP etwas wissen, was der Idee auch gleich wieder den Todesstoss verpasst!

Die beiden dazugehörigen Postulate von Grünen, SP und AL, betreffend Oberhauser Ried (SP/AL) und Landverkauf ausserhalb der Stadtgrenzen generell(Grüne), schaften es dann aber doch noch mit linker Mehrheit durchzukommen. Ein kleiner Planungserfolg quasi…

Tram Zürich West und Stadtautobahn

28 Februar 2007

Es ist soweit, nach kurzen Debatten in geimeinderätlicher Sache um Allmende und Steckdosen im Ratssaal, wird das Tram Zürich West und die SN141 im Gemeinderat behandelt. Wir müssen die Weisung 72 die einen Kredit und einen Gestaltungsplan für den Bau des Trams und der SN141 vorsieht bewilligen.

die Gemüter sind gespalten, das Projekt in seiner Gesamtheit umstritten, es wird aber dem Anschein nach grossmehrheitlich überwiesen. Die Grüne Fraktion stimmt der Weisung ohne Bas und mir zu. Wir streiten zusammen mit der AL einzelnen SP’s und Teilen der CVP dagegen.

Es getraut sich kaum eine Fraktion gegen ein ÖV-Projekt anzutreten. Leider, denn das Tram Zürich West hätte es schon verdient, etwas näher hinzuschauen. Das Tram ist eigentlich ein Abfallprodukt aus der missratenen Stadionplanung. Es führt nicht am Bahnhof Hardbrücke vorbei und es bestehen keine Kapazitäten. Eigentlich dringend wäre ein Tram über die Bahngleise (Verlängerung der Linie 8 über die Hardbrücke). Die wirklich grosse Kröte ist aber die Stadtautobahn, welche gleichzeitig gebaut werden soll. Eine Autobahn über die Pfingstweidstrasse bis hin zur Hardbrücke. Eine zweite Schwammedingenautobahn also, die als tiefe Narbe bis mitten in die Stadt hinein führen wird.

Der Rat überweist die Vorlage unter Namensaufruf.

Mindestanzahlparkplätze, Stadtrat will nicht, der Gemeinderat überstimmt ihn

25 Oktober 2006

Heute behandeln wir im Gemeinderat eine Motion von Bastien Girod (Jungegrüne) und Ernst Danner(EVP). Sie verlangt, dass in der Stadt in speziellen Fällen von der Mindestanzahl Parkplätze abgesehen werden kann, d.h. nicht zwingend Parkplätze erstellt werden müssen, sofern es nicht absolut nötig ist. Der Stadtrat sieht das übergeordnete Recht gefährdet und will die Motion nur als Postulat entgegennehmen. Dies ist so jedoch nicht ganz korrekt. Da steht , bloss der Bauherr ist verantwortlich, Parkplätze in gebotenem Ausmass zu schaffen, je nach Angebot und Nutzung der Liegenschaft. Was ist dann das nötige Ausmass, wenn sich die Leute verpflichten Autofrei zu wohnen?
Zum Glück sieht sich die SP diesmal nicht in der Pflicht ihre Stadträte zu unterstützen, denn diesmal gingen sie einfach zu weit. Es folgt eine feurige Debatte, die SVP setzt sich natürlich für mehr Parkplätze ein, sie vertritt ja schliesslich Autos und nicht Stadtbewohner und wird von allen Seiten beschossen. Bernhardt Im Oberdorf will anscheinend Pferdeställe bauen, er plappert munter vor sich hin und wird belächelt. Ernst Danner leistet uns Schützenhilfe und kontert alles dahin, überzieht dabei die Redezeit etwas, aber es hat sich gelohnt. Die FDP sieht das Liberale im Vorstoss nicht, ich weiss nicht wieso – denn der Vorstoss ist doch sehr liberal, und will nicht mit ins Boot. Sie behauptet allerdings, dass sie im Kanton schon ähnlich vorstössig geworden sei. Jetzt die grosse Überraschung, die so genannte Mittepartei (CVP) sieht noch einige Macken und lehnt ab, sie kann nicht stichhaltig darlegen wieso. Die AL sieht auch noch einige juristische Hürden und macht einen Änderungsvorschlag, es ist aber jetzt definitiv zu spät, um noch Änderungen anzubringen. Die SD ist ohne Begründung nicht mehr ökologisch.
Es zeichnet sich eine knappe Mehrheit ab.

Juhui, es hat gereicht. Herzlichen Dank an die Mehrheit!

Scheiss Gelauer im Gemeinderat

7 Juni 2006

Heute gleich als erstes Traktandum im Gemeinderat stand die Dringlichkeitserklärung unseres Postulatetes, welches Werbung von Offroadern in der Stadt Zürich unterbinden will. Dringlicherklären heisst, dass Postulat wird in absehbarer Zeit behandelt (etwa 1/2 Jahr) und landet nicht auf der Müllhalde hinter 500 anderen Vorstössen und wird daher erst in 5 Jahren behandelt. Nun, Grüne, SP, AL und SD stimmten dafür, was offenstichtilich eine komfortable Mehrheit von 66 Stimmen geben sollte. Denkste, nur 62 Stimmen kamen zustande, eine einzige Stimme zuwenige für das benötigte Mehr von 63 Stimmen, Grund, einige Mitglieder von der SP fehlten oder kamen zu spät *%&§ç%*§ç£&*X*
Peinlich und äusserst ärgerlich dazu. Soviel zum Thema Verbindlichkeit, wenn es einmal wichtig wäre fehlen die Gemeinderatsmitlgieder.
Ich nenne an dieser Stelle aus Rücksicht auf andere keine Namen!

Stützredli für SVP-Fraktionspräsident

31 Mai 2006

In der letzten Ratsdebatte vor zwei Wochen hielt Bastien Girod von den Jungegrünen ein Votum zur Förderung des Veloverkehrs und erwähnte dabei, dass Velofahren auch für die Gesundheit besser sei als das Autofahren. Dies weil die SVP ein Postulat zur Abschaffung sämmtlicher Velowege in der Stadt Zürich eingereicht hatte. Daraufhin fand Mauro Tuena, SVP Fraktionspräsident, dass Velofahren wessentlich ungesünder sei als Autofahren, da mann ja ständig schwer Verunfalle. Der arme Fraktionschef, dachten wir uns da, kann nicht Velofahren. Zur Verbesserung der Situation beschlossen wir, ihm etwas zur Unterstützung und gegen wacklige Argumente zu schenken. Gesagt, getan! Heute überreichte ich ihm zu Beginn der Ratsdebatte, unterstrichen mit einem fulminannten Votum von Bas, im Namen der Jungengrünen, ein päärchen Stüzredli für sein Velo.
Falls er keins mehr hat, hat er jetzt zumindest einen Grund eines zu besorgen…

Junge grüne schlagen Feinstaubalarm am Central

6 Februar 2006

Heute waren wir wieder auf Feinstaubtour, diesmal beim Central. Ich habe ein Schild getragen mit der Aufschrift:
To breathe or not to breathe!
Wir trugen alle Staubmasken, um auf die seit Jahresbeginn ständig übertretenen Feinstaubgrenzwerte aufmerksam zu machen. Denn jetzt haben die Stadtzürcher die einmalige Chance die Regierung neu zu wählen und so einen markanten Einfluss auf die lokale Politik zu nehmen. Ich empfehle an dieser Stelle natürlich die Grüne Liste 4 mit Jungen Grünen Kandidaten Kumuliert und Bastien Girod in den Stadtrat. Auf jeden Fall kam die Aktion sehr gut an bei den Passanten, ich wurde meine Flugblätter so schnell los wie noch selten zuvor. Das Bild war den Passanten wahrscheinlich schon bekannt, die Zürichseezeitung bildete von Freitag folgendes Foto von mir ab:
Matthias mit Staubmaske
Bei Greenpeace gibt es übrigens auch eine Feinstaubtour quer durch die Schweiz. News dazu in diesem Feinstaub-Blog

Update: Heute im 20minuten, kleines Remake am Central

Feinstaub Alarm, Junge Grüne mit Staubmasken unterwegs

3 Februar 2006

Die Feinstaubwerte der letzten Tage machen deutlich, was die Jungen Grünen schon seit langem fordern: Sofortmassnahmen sind dringend notwendig. Der Gesundheitsminister Pascal Couchepin müsste in Sachen Feinstaub längst Alarm schlagen. Doch er schweigt. Selbes gilt für den Umweltminister Leuenberger. Bei der Vogelgrippe war rasches Handeln kein Problem. Dabei ist bis anhin niemand in der Schweiz an diesem Virus erkrankt. In krassem Gegensatz dazu stehen die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub: Nach Angaben des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK verursacht die Feinstaubbelastung jedes Jahr 3’700 Tote, 40’000 Bronchitisfälle und 4,2 Milliarden Franken Gesundheitskosten.
Nach dem zögerlichen Aktionsplan von Umweltminister Leuenberger müsste jetzt der Gesundheitsminister Couchepin auf die Barrikaden. Er sollte den Bundesrat aus seiner Lethargie in Sachen Feinstaub wachrütteln! Und einen Massnahmeplan Feinstaub mit folgenden Kernelementen vorschlagen:

× Die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist während der Inversionswetterlage auf Tempo 80 zu beschränken

× Unnötige Autofahrten für Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter sind insbesondere in den Städten und Agglomerationen sofort durch die Kantone zu verbieten.

× Kantone müssen in eigener Kompetenz in Städten und Agglomerationen Tempolimiten erlassen

× Die öffentliche Hand (Bund, Kanton, Gemeinden, Militär) sollte mit gutem Beispiel voran gehen und auf die Benutzung mit Fahrzeugen und Maschinen ohne Dieselfilter verzichten

× Das Partikelfilterobligatorium für Dieselmotoren muss sofort auf die Traktandenliste des Bundesrates. Die Filterpflicht für alle Dieselfahrzeuge und Maschinen ist die einzige effiziente Massnahme gegen Feinstaub
(Grüne Motion 05.3328 und in viele kantonalen Vorstösse, siehe www.gruene.ch).

Die Jungen Grünen Zürich sind deshalb Heute Morgen auf dem Limmatplatz mit Staubmasken losgezogen, und haben Passanten sowie Autofahrer auf die Problematik aufmerksam gemacht. Schade, dass es immer Umweltbelastungen in diesem Ausmass braucht, bis die Öffentlichkeit aufschreckt.

ASTRA-Studie schlägt Road Pricing vor

27 Januar 2006

Road Pricing ist machbar, titelte der Tages Anzeiger gestern seinen Bericht. Hintergrund: Das ASTRA (Bundesamts für Strassen) hat eine Studie gemacht und getestet, ob Roadpricing eine machbare und vorallem sinvolle Lösung für überlastete Strassennetze darstellen kann. Sie kamen zum Schluss das unter anderm im Raum Zürich, ein Roadpricing durchaus realisierbar wäre, allerding muss dafür zuerst noch die Gesetzeslage angepasst werden. Jetzt ist es an der Zeit die öffentliche Debatte über Sinn und Zweck des Roadpricing zu führen. Die Idee des Roadpricing ist schon lange da. So hat Bundesrat Moritz Leuenberger bereits im August 2001 in einer Rede gesagt: Eine längerfristig interessante Idee ist sodann das roadpricing
Das tolle an Roadpricing, es generiert einen Haufen Geld, das vorallem denjenigen zu Gute kommt, die nicht mit dem Auto unterwegs sind. In Zürich wären dies 150 bis 500 Milionen Franken jährlich, je nachdem wie weit der Gebührenpflichtige Ring gezogen wird, die für den ÖV oder als Lenkungsabgabe eingesetzt werden könnten.
Natürlich hat sich auch schon Widerstand angemeldet, so findet der TCS diese Idee gar nicht lustig und zeigt sich überrascht über die Aussagen des ASTRA. Ich hingegen bin weniger Überrascht über die Aussagen des TCS, einem Club der als Grosssponsor der SVP seine Interessen in der Politik vertritt, welchen die Interessen der Bevölkrung ja bekanntlich egal sind.

Mehr Infos zu Road Pricing:
VCS-Fachtagung:
Agglomerationsverkehr im Stau
Bundesamt für Raumentwicklung:
Road Pricing: Das Spektrum der Meinungen ist breiter als erwartet
CH-Forschung:
Konsens über Benützungsgebühren für Strassen gesucht
ETH-life:
Zürich braucht ein Road-Pricing!

Lenkungsabgabe auf Strom knapp gescheitert im Kantonsrat

16 Januar 2006

Heute hat der Kantonsratmit 89 zu 72 Stimmen eine Lenkungsabgabe auf Strom versenkt. Die Abgabe hätte einen Anreiz schaffen sollen weniger Strom zu verschwenden. Geplant war eine Abgabe von etwa 4 Rappen pro Kilowattstunde, welche dann wider an die Bevölkerung Ausbezahlt worden wäre. Im Kanton Basel Stadt kennt man diese Abgabe schon seit 1998, es sind gerade mal 1,5 Stellenprozente nötig für den administrativen Aufwand. Fadenscheinig also das Argument der Gegner, namentlich auch der CVP, es gäbe zu viel administrativen Aufwand.
Angesichts des bevorstehenden Engpasses aufgrund von auslaufenden Atomstromlieferverträgen aus Frankreich, wäre diese eine gute Möglichkeit gewesen, den Strombedarf im Kanton Zürich zu senken. Aber anscheinend ist das für eine Mehrheit des Rates gar nicht interessant.

Ozonwerte letztes Jahr in Zürich 50mal überschritten

6 Januar 2006

Ozon in Bodennähe ist bekanntermassen grössten Teils ein lokales Problem und wird vom Wetter dann noch katalysiert. Leider ist das Gas in hoher Konzentration für Menschen schädlich. Deshalb sind wir in der Schweiz auf die Idee gekommen Grenzwerte zu bestimmen, bis zu welchen die Ozonbelastung für den Menschen noch erträglich scheint. Das sind zur Zeit 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Das Ziel dabei: Durch geeignete Massnahmen, kann die Belastung in der Luft erheblich gesenkt werden, dies, weil man inzwischen sehr gut weiss woher das Ozon kommt. Es entsteht bei der Verbrennung von Öl, Kohle oder Gas als Nebenprodukt. Die logische Konsequenz daraus wäre: Verbrennungen verringern, wenn die Werte zu hoch sind, durch Reduktion des Verkehrsaufkommens zum Beispiel. Bei 50 Tagen mit Überschreitung, wie dies in Zürich der Fall war, scheinen mir langfristige Massnahmen am Sinnvollsten, etwa ein Roadpricing. Da scheint mir doch gänzlich unerklärbar, wieso wir jetzt noch mit einer Stadtautobahn die Verkehrskapazitäten erhöhen müssen