Hier die Medienmitteilung zum BEDINGTEN Rückzug der Stoppoffroaderinitiative
Die Jungen Grünen haben mit der Offroader-Initiative einen Etappensieg ihrer Kampagne errungen. Der indirekte Gegenvorschlag, welcher auf Druck der Initiative entstanden ist, bewirkt eine grössere CO2-Reduktion als die Offroader-Initiative. Die Initianten ziehen die Initiative BEDINGT zurück. Leider wurde die Verkehrssicherheit im Parlament komplett ignoriert. Die Kampagne gegen Arroganz und Dekadenz auf der Strasse geht deshalb weiter.
Griffiges CO2-Gesetz dank der Initiative
Auf Druck der Offroader-Initiative hat der Nationalrat im Herbst 2010 das CO2-Gesetz massiv verbessert. Statt nur 150 Gramm CO2/km (Mittelwert heute ~168 g CO2/km) steht nun 130 Gramm als verbindlicher Zielwert für den CO2-Ausstoss von Personenwagen. Diesen Wert müssen in Zukunft alle Automobilimporteure in der Schweiz im Schnitt erreichen, ansonsten zahlen sie pro Fahrzeug und Gramm rund 140 CHF Strafgebühr.
Erstmals wird somit im nationalen Parlament die heilige Kuh Auto mit umweltpolitischen Massnahmen beglückt. Eine eigentliche Sensation, blieben doch bisher alle Versuche zur CO2-Reduktion im Treibstoffbereich chancenlos. Da das nur dank dem Druck der Offroader-Initiative möglich war, betrachten die Jungen Grünen das erweiterte CO2-Gesetz daher als Etappensieg der Kampagne.
BEDINGTER Rückzug
Das Initiativkomitee hat entschieden, die Initiative für menschenfreundlichere Fahrzeuge (Stopp-Offroader Initiative) zugunsten des indirekten Gegenvorschlages BEDINGT zurück zu ziehen (10vor10 berichtete, 23. Juni 2011). Mit dem BEDINGTEN Rückzug wird die Initiative erst dann effektiv zurückgezogen, wenn der Gegenvorschlag definitiv ist und umgesetzt werden kann. Mit dem jetzigen bedingten Rückzug können die Initianten zudem erreichen, dass der Gegenvorschlag ein Jahr früher (2012 statt 2013) umgesetzt wird.
Offroader fahren wird teurer
Die Jungen Grünen freuen sich, dass Offroader-Fahrer künftiger tiefer in die Taschen greifen müssen. So werden Fahrzeuge von Land Rover durchschnittlich gegen 20’000 Franken mehr kosten [1]. Der Gegenvorschlag verteuert die Offroader massiv. Für einmal hat Autoschweiz schlecht lobbyiert.
Verkehrssicherheit bleibt auf der Strecke
Der bedingte Rückzug ist ein Kompromiss: Im Bereich CO2-Reduktion haben wir viel erreicht, der Aspekt der Verkehrssicherheit fehlt jedoch komplett. Es ist also nach wie vor möglich mit Fahrzeugen herum zu fahren, die für alle Mitmenschen ein übermässiges Risiko darstellen. Somit ist für die Initianten klar: Die Kampagne gegen die Offroader geht weiter.
1: Schweizer Marken-Durchschnitt von Landrover im Jahr 2010: 268 g CO2/km, 15. Berichterstattung im Rahmen der Energieverordnung, Autoschweiz
als nächstes will ich Kleber sehen: Ihr Auto sauft immer noch für drei!