Archiv für die ‘Verkehr’ Kategorie

Mindestanzahlparkplätze, Stadtrat will nicht, der Gemeinderat überstimmt ihn

25 Oktober 2006

Heute behandeln wir im Gemeinderat eine Motion von Bastien Girod (Jungegrüne) und Ernst Danner(EVP). Sie verlangt, dass in der Stadt in speziellen Fällen von der Mindestanzahl Parkplätze abgesehen werden kann, d.h. nicht zwingend Parkplätze erstellt werden müssen, sofern es nicht absolut nötig ist. Der Stadtrat sieht das übergeordnete Recht gefährdet und will die Motion nur als Postulat entgegennehmen. Dies ist so jedoch nicht ganz korrekt. Da steht , bloss der Bauherr ist verantwortlich, Parkplätze in gebotenem Ausmass zu schaffen, je nach Angebot und Nutzung der Liegenschaft. Was ist dann das nötige Ausmass, wenn sich die Leute verpflichten Autofrei zu wohnen?
Zum Glück sieht sich die SP diesmal nicht in der Pflicht ihre Stadträte zu unterstützen, denn diesmal gingen sie einfach zu weit. Es folgt eine feurige Debatte, die SVP setzt sich natürlich für mehr Parkplätze ein, sie vertritt ja schliesslich Autos und nicht Stadtbewohner und wird von allen Seiten beschossen. Bernhardt Im Oberdorf will anscheinend Pferdeställe bauen, er plappert munter vor sich hin und wird belächelt. Ernst Danner leistet uns Schützenhilfe und kontert alles dahin, überzieht dabei die Redezeit etwas, aber es hat sich gelohnt. Die FDP sieht das Liberale im Vorstoss nicht, ich weiss nicht wieso – denn der Vorstoss ist doch sehr liberal, und will nicht mit ins Boot. Sie behauptet allerdings, dass sie im Kanton schon ähnlich vorstössig geworden sei. Jetzt die grosse Überraschung, die so genannte Mittepartei (CVP) sieht noch einige Macken und lehnt ab, sie kann nicht stichhaltig darlegen wieso. Die AL sieht auch noch einige juristische Hürden und macht einen Änderungsvorschlag, es ist aber jetzt definitiv zu spät, um noch Änderungen anzubringen. Die SD ist ohne Begründung nicht mehr ökologisch.
Es zeichnet sich eine knappe Mehrheit ab.

Juhui, es hat gereicht. Herzlichen Dank an die Mehrheit!

Scheiss Gelauer im Gemeinderat

7 Juni 2006

Heute gleich als erstes Traktandum im Gemeinderat stand die Dringlichkeitserklärung unseres Postulatetes, welches Werbung von Offroadern in der Stadt Zürich unterbinden will. Dringlicherklären heisst, dass Postulat wird in absehbarer Zeit behandelt (etwa 1/2 Jahr) und landet nicht auf der Müllhalde hinter 500 anderen Vorstössen und wird daher erst in 5 Jahren behandelt. Nun, Grüne, SP, AL und SD stimmten dafür, was offenstichtilich eine komfortable Mehrheit von 66 Stimmen geben sollte. Denkste, nur 62 Stimmen kamen zustande, eine einzige Stimme zuwenige für das benötigte Mehr von 63 Stimmen, Grund, einige Mitglieder von der SP fehlten oder kamen zu spät *%&§ç%*§ç£&*X*
Peinlich und äusserst ärgerlich dazu. Soviel zum Thema Verbindlichkeit, wenn es einmal wichtig wäre fehlen die Gemeinderatsmitlgieder.
Ich nenne an dieser Stelle aus Rücksicht auf andere keine Namen!

Stützredli für SVP-Fraktionspräsident

31 Mai 2006

In der letzten Ratsdebatte vor zwei Wochen hielt Bastien Girod von den Jungegrünen ein Votum zur Förderung des Veloverkehrs und erwähnte dabei, dass Velofahren auch für die Gesundheit besser sei als das Autofahren. Dies weil die SVP ein Postulat zur Abschaffung sämmtlicher Velowege in der Stadt Zürich eingereicht hatte. Daraufhin fand Mauro Tuena, SVP Fraktionspräsident, dass Velofahren wessentlich ungesünder sei als Autofahren, da mann ja ständig schwer Verunfalle. Der arme Fraktionschef, dachten wir uns da, kann nicht Velofahren. Zur Verbesserung der Situation beschlossen wir, ihm etwas zur Unterstützung und gegen wacklige Argumente zu schenken. Gesagt, getan! Heute überreichte ich ihm zu Beginn der Ratsdebatte, unterstrichen mit einem fulminannten Votum von Bas, im Namen der Jungengrünen, ein päärchen Stüzredli für sein Velo.
Falls er keins mehr hat, hat er jetzt zumindest einen Grund eines zu besorgen…

Feinstaub Alarm, Junge Grüne mit Staubmasken unterwegs

3 Februar 2006

Die Feinstaubwerte der letzten Tage machen deutlich, was die Jungen Grünen schon seit langem fordern: Sofortmassnahmen sind dringend notwendig. Der Gesundheitsminister Pascal Couchepin müsste in Sachen Feinstaub längst Alarm schlagen. Doch er schweigt. Selbes gilt für den Umweltminister Leuenberger. Bei der Vogelgrippe war rasches Handeln kein Problem. Dabei ist bis anhin niemand in der Schweiz an diesem Virus erkrankt. In krassem Gegensatz dazu stehen die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub: Nach Angaben des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK verursacht die Feinstaubbelastung jedes Jahr 3’700 Tote, 40’000 Bronchitisfälle und 4,2 Milliarden Franken Gesundheitskosten.
Nach dem zögerlichen Aktionsplan von Umweltminister Leuenberger müsste jetzt der Gesundheitsminister Couchepin auf die Barrikaden. Er sollte den Bundesrat aus seiner Lethargie in Sachen Feinstaub wachrütteln! Und einen Massnahmeplan Feinstaub mit folgenden Kernelementen vorschlagen:

× Die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist während der Inversionswetterlage auf Tempo 80 zu beschränken

× Unnötige Autofahrten für Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter sind insbesondere in den Städten und Agglomerationen sofort durch die Kantone zu verbieten.

× Kantone müssen in eigener Kompetenz in Städten und Agglomerationen Tempolimiten erlassen

× Die öffentliche Hand (Bund, Kanton, Gemeinden, Militär) sollte mit gutem Beispiel voran gehen und auf die Benutzung mit Fahrzeugen und Maschinen ohne Dieselfilter verzichten

× Das Partikelfilterobligatorium für Dieselmotoren muss sofort auf die Traktandenliste des Bundesrates. Die Filterpflicht für alle Dieselfahrzeuge und Maschinen ist die einzige effiziente Massnahme gegen Feinstaub
(Grüne Motion 05.3328 und in viele kantonalen Vorstösse, siehe www.gruene.ch).

Die Jungen Grünen Zürich sind deshalb Heute Morgen auf dem Limmatplatz mit Staubmasken losgezogen, und haben Passanten sowie Autofahrer auf die Problematik aufmerksam gemacht. Schade, dass es immer Umweltbelastungen in diesem Ausmass braucht, bis die Öffentlichkeit aufschreckt.

ASTRA-Studie schlägt Road Pricing vor

27 Januar 2006

Road Pricing ist machbar, titelte der Tages Anzeiger gestern seinen Bericht. Hintergrund: Das ASTRA (Bundesamts für Strassen) hat eine Studie gemacht und getestet, ob Roadpricing eine machbare und vorallem sinvolle Lösung für überlastete Strassennetze darstellen kann. Sie kamen zum Schluss das unter anderm im Raum Zürich, ein Roadpricing durchaus realisierbar wäre, allerding muss dafür zuerst noch die Gesetzeslage angepasst werden. Jetzt ist es an der Zeit die öffentliche Debatte über Sinn und Zweck des Roadpricing zu führen. Die Idee des Roadpricing ist schon lange da. So hat Bundesrat Moritz Leuenberger bereits im August 2001 in einer Rede gesagt: Eine längerfristig interessante Idee ist sodann das roadpricing
Das tolle an Roadpricing, es generiert einen Haufen Geld, das vorallem denjenigen zu Gute kommt, die nicht mit dem Auto unterwegs sind. In Zürich wären dies 150 bis 500 Milionen Franken jährlich, je nachdem wie weit der Gebührenpflichtige Ring gezogen wird, die für den ÖV oder als Lenkungsabgabe eingesetzt werden könnten.
Natürlich hat sich auch schon Widerstand angemeldet, so findet der TCS diese Idee gar nicht lustig und zeigt sich überrascht über die Aussagen des ASTRA. Ich hingegen bin weniger Überrascht über die Aussagen des TCS, einem Club der als Grosssponsor der SVP seine Interessen in der Politik vertritt, welchen die Interessen der Bevölkrung ja bekanntlich egal sind.

Mehr Infos zu Road Pricing:
VCS-Fachtagung:
Agglomerationsverkehr im Stau
Bundesamt für Raumentwicklung:
Road Pricing: Das Spektrum der Meinungen ist breiter als erwartet
CH-Forschung:
Konsens über Benützungsgebühren für Strassen gesucht
ETH-life:
Zürich braucht ein Road-Pricing!

Ozonwerte letztes Jahr in Zürich 50mal überschritten

6 Januar 2006

Ozon in Bodennähe ist bekanntermassen grössten Teils ein lokales Problem und wird vom Wetter dann noch katalysiert. Leider ist das Gas in hoher Konzentration für Menschen schädlich. Deshalb sind wir in der Schweiz auf die Idee gekommen Grenzwerte zu bestimmen, bis zu welchen die Ozonbelastung für den Menschen noch erträglich scheint. Das sind zur Zeit 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Das Ziel dabei: Durch geeignete Massnahmen, kann die Belastung in der Luft erheblich gesenkt werden, dies, weil man inzwischen sehr gut weiss woher das Ozon kommt. Es entsteht bei der Verbrennung von Öl, Kohle oder Gas als Nebenprodukt. Die logische Konsequenz daraus wäre: Verbrennungen verringern, wenn die Werte zu hoch sind, durch Reduktion des Verkehrsaufkommens zum Beispiel. Bei 50 Tagen mit Überschreitung, wie dies in Zürich der Fall war, scheinen mir langfristige Massnahmen am Sinnvollsten, etwa ein Roadpricing. Da scheint mir doch gänzlich unerklärbar, wieso wir jetzt noch mit einer Stadtautobahn die Verkehrskapazitäten erhöhen müssen

Offroader in Europas Städten unerwünscht

16 Dezember 2005

Immer mehr Städte in Europa wollen die überflüssigen Offroader verbannen. So hat als letzte Stadt Athen den Strassenpanzern den Kampf angesagt. Spiegel Online berichtet. Auch in Frankreich will man die überproportionalen Fahrzeuge verbannen, leider hat aber Deutschland interveniert, weil sie ihren Markt angegriffen sahen.
In der Schweiz fordern wir von den Jungen Grünen schon lange, das dem boomenden Offroad Markt ein Riegel vorgeschoben wird.
Offroader raus aus der Stadt!
Die nationale Initiative dazu folgt schon bald, man kann jedoch bereits Online angeben wie viele Unterschriften man sammeln würde, wenn wir die Initiative lancieren. Bis dahin bleiben viele bunte Kleber zu verkleben, damit auch alle verstehen, wofür ein Offroader gut ist. Ja wofür denn? Das persönliche Ego, die Umwelt, die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer?

Verkehrsopfer, der Bundesrat will handeln

23 November 2005

Nun also doch, wie die Jungen Grünen Gestern in Zürich bereits bekannt gemacht haben, ist die Zahl der Verkehrsopfer immer noch viel zu hoch. Jetzt will der Bundesrat handeln, wie er Heute an einer Medienkonferenz bekannt gab. Leider hat er aber nur die direkt betroffenen Opfer erwähnt, die Dunkel Ziffer derjenigen, die an der Verkehrs bedingten schlechten Luftqualität gestorben sind, verschwieg er Heute. Dabei weiss das Uwek ganz genau wo der Schuh drückt.
Hier ein paar Bilder der Gestrigen Aktion der Jungen Grünen an der Zürcher Bahnhofstrasse

Wieso der ÖV Heute langsam war

22 November 2005

Da sass ich gemütlich im Tram auf der Heimfahrt und wunderte mich nicht schlecht, als das Tram langsam Richtung Central fuhr. Normalerweise geht das sehr flott, doch heute blieb es einfach fünf Minuten stehen. Nicht weil das Verkehrsaufkommen besonders gross war, nein! Es hatte Verkehrspolizisten auf der Kreuzung, die es als ihre wichtigste Aufgabe erachteten, jedes einzelne Auto möglichst schnell abzufertigen. Vielleicht sollten die in ihrer Schule mal etwas Mathe-Nachhilfe einführen. Effizienter Verkehr heisst doch möglichst viele Passagiere auf einmal. Ein Tram mit über fünzig Personen an Board bleibt da von den Personenwagen, meistens mit einer Person unterwegs, absolut ungeschlagen. Also liebe Verkehrspolizei, lasst doch die Trams wieder durch!

ETH Professor will unterirdischen Kreisel für Zürich

26 Oktober 2005

Anton Gunzinger, ein Informatik-Unternehmer und ETH-Professor will Zürich einem Ringtunnel rund um die Innenstadt verpassen. Der Ring soll nur im Gegenuhrzeigersinn passierbar und vierspurig sein. Doch das interessante an seiner Idee ist, er fokussiert ein für Zürich gesundes Verkehrsvolumen von einem fünftel des jetzigen Verkehrs an, was mit Tarifen an den Einfahrtstrassen der Stadt erreicht werden soll, Taxis und Anwohner sind dabei ausgenommen. Danach will er die Hardtbrücke abbrechen und die Rosengartenstrasse auflösen. Fragt sich bloss, wenn noch ein fünftel des bestehenden Verkehrs durch die City rollt, braucht es dann wirklich noch einen Tunnel für 3 Milliarden?
Auf jeden Fall will er jetzt per Einzellinitiative einen vorläufigen Kredit beantragen, um ein Gesamtkonzept aufzustellen.

Prof. Anton Gunzinger
Projekt von Anton Gunzinger im Tagi